Wie schon erläutert, hat sich die BGN mit der Passivrauchproblematik auseinandergesetzt.

Das auslösende Moment, das ein Hinterfragen der DKFZ-WHO-Hypothesen zum Passivrauch geradezu herausforderte, war der „Garagenversuch“, der in der „Roten Reihe“ des DKFZ veröffentlicht wurde und großes öffentliches Aufsehen erregte. Es wurde der Eindruck erweckt, dass Dieselruß als Feinstaub gegenüber Passivrauchfeinstaub ein Gesundbrunnen sei.

Nun gibt es eine ofizielle Stellungnahme des DKFZ dazu:

Das DKFZ hatte in der 1. Auflage des Reports „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ als ein Beispiel für die Partikelkonzentration in Innenräumen durch Tabakrauch im Vergleich zu Dieselruß eine Studie zitiert, die von italienischen Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift „Tobacco Control“ (Invernizzi et al. 2004, 13, 219-221) veröffentlicht wurde, nachdem sie durch ein Gutachterverfahren zur Veröffentlichung frei gegeben worden war. Die Studie wurde weder vom DKFZ durchgeführt, noch vom DKFZ publiziert, wie die BGN suggeriert, sondern lediglich zitiert. Ein Abgleich mit Literaturdaten zeigte indes später, dass der gemessene Unterschied in der Partikelhäufigkeit nur für das angegebene Größenfenster (1-10µm), nicht jedoch für die Gesamtheit aller Partikel galt (in der Partikelhäufigkeit Diesel gegen Tabakrauchpartikel). Deshalb hatte das DKFZ bereits in der 2. Auflage seines Reports im Jahr 2006 bewusst auf eine erneute Zitierung verzichtet.

Haben sie den Schuss ins eigene Knie, den sich die BGN verpasst hat, gehört?

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die „Wissenschaftler“ der BGN haben nicht einmal bemerkt, dass der Verweis auf den „Garagenversuch“ vom DKFZ selbst in der 2. Auflage 2006 (Band5 Passivrauchen) nicht mehr zitiert wurde. Das DKFZ hatte die Unstimmigkeiten bereits selbst entdeckt.

Außerdem wurde der Versuch vom DKFZ in der 1. Auflage lediglich zitiert, nicht durchgeführt.

Der Herr Professor Grieshaber lässt diesen Versuch nachstellen, um dem DKFZ Fehler nachzuweisen. Der schmeisst das Geld der BGN zum offenen Fenster hinaus. Das ist nicht nur peinlich, es deutet auch darauf hin, um was es hier offensichtlich geht:

TABAKLOBBYISMUS!

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4 Responses to “Nachschlag zum Garagenvesuch”


  1. Auch dieser Schuss ging nicht ins Knie der BGN, sondern nach hinten los:
    In der 2. Auflage des genannten Reports ist der sog. „Garagenversuch“ sehr wohl weiter enthalten! Man schaue nur mal in die Literaturliste. Lediglich aus dem Text ist er herausgenommen. Das dieser Unsinn vom DKFZ überhaupt unkritisch zitiert worden ist, ist peinlich genug. Erst dieses Zitat hatte zur Folge, dass der Versuch mit seinen falschen Ergebnissen es bis in das Erste Deutsche Fernsehen gebracht hat. Eine Gegendarstellung hat es nie gegeben.
    Von einem Gesundbrunnen war übrigens auch nie die Rede.
    Peter Rietschel, BGN

  2. hal2008 Says:

    Unsinn? Der Vergleich Dieselmotorabgase-Tabakrauch ist kein Unsinn. Zu den Fakten:

    1.Ein Motor der Norm „Euro 3″ ist heute nicht mehr Stand der Technik, es gibt bereits die Normen „Euro 4″ und „Euro 5″.

    2.Wenn ein mehrere Jahre alter Motor wie der des untersuchten Ford Mondeo TDCi (Common Rail Diesel) mit 2,0 Liter Hubraum, Bj. 2002 wesentlich mehr Feinstaub emittiert als ein moderner Motor aus neuester Entwicklung ist davon auszugehen, dass das Versuchsergebnis bei einem modernen Motor wesentlich ungünstiger für die drei Zigaretten gewesen wäre.

    3.Wenn ein alter Dieselmotor in 1/2 Stunde ungefähr 3 bis 4 Mal so viel Feinstaub erzeugt wie 3 Zigaretten so sind bei spätestens 12 Zigaretten beide wieder gleichauf. Wenn man davon ausgeht, dass z. B. im Laufe eines Abends in einer sog. „Raucherkneipe“ nur 30 Leute nur je 10 Zigaretten rauchen (was vorsichtig geschätzt ist) und man sich 1/2 Stunde dort aufhält, so hat man die Feinstaubemmission des alten Automotors bereits um den Faktor 25 übetroffen, was einer Steigerung von 2500% entspricht.

    Bei einem Vergleich Tabakrauch-Euro5 Diesel verschiebt sich das Ergebnis nochmals um den Faktor 5-6 zu Ungunsten des Tabalqualms. Das sollte einem zu Denken geben.

  3. Mitchell Says:

    „Ein Motor der Norm “Euro 3″ ist heute nicht mehr Stand der Technik“.
    Aber die Motoren sind noch in rauhen Mengen im Betrieb. Und ich wüsste nicht, warum jemand diese Motoren eine halbe Stunde im Leerlauf betreiben würde. Und es handelt sich in unseren Städten nicht nur um einen einsamen Diesel, es sind Tausende, Zehntausende, im Teil- und Volllastbetrieb. Unausweichlich, 24 Stunden im Tag.

    *** Anmerkung der Moderation*** Aber nicht in geschlossenen Räumen.

    „im Laufe eines Abends in einer sog. “Raucherkneipe” nur 30 Leute nur je 10 Zigaretten rauchen (was vorsichtig geschätzt ist) und man sich 1/2 Stunde dort aufhält“ Warum soll sich ein überzeugter Nichtraucher in dieser Kneipe aufhalten? Masochismus?

    *** Anmerkung der Moderation*** Viele Angestellte müssen sich in diesen rauchverpesteten Räumen ihren Lebensunterhalt verdienen.

    „so hat man die Feinstaubemmission des alten Automotors bereits um den Faktor 25 übetroffen“, wenn die Kneipe nicht vorschriftsgemäss gelüftet wird. Die Messwerte sind übrigens gar nicht vergleichbar, weil die (Reflexions-) Messgeräte die ultrafeinen und nicht reflektierenden Stäube in den Dieselabgasen gar nicht messen können.
    Das Risiko für Herzinfarkte bei lebenslanger Passivrauchbelastung wird mit etwa 30% angegeben. Eine nur einstündige Exposition im Strassenverkehr erhöht das Risiko um 192%, also 6-mal höher in einem achtzigtausendstel der Zeit.
    http://content.nejm.org/cgi/content/short/351/17/1721
    Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

    *** Anmerkungen der Moderatrion ***

    Es ist geradezu erschütternd, wie unwissend Kommentator Mitchell ist:

    In der von Mitchell zititerten Studie geht es um die „exacerbation“ (zu Deutsch: Verschlimmerung) cardiovasculärer Erkrankungen.
    Es wurde untersucht, in wie weit eine Exposition im Strassenverkehr einen Herzinfarkt (bei bestehender cardiovasculärer Erkrankung) auslösen kann.

    Keinesfalls ist daraus zu schliessen, dass die URSACHE für die cardiovasculärer Erkrankungen die einstündige Exposition im Strassenverkehr ist, vielmehr zeigt die Studie, dass bei einer vorliegenden cardiovasculären Erkrankung das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht wird.

    Es werden also Äpfel mit Birnen verglichen, so ist der Schluss, dass eine “ nur einstündige Exposition im Strassenverkehr das Risiko um 192%, also 6-mal höher in einem achtzigtausendstel der Zeit“ gegenüber lebenslnagem Passivrauchen erhöht, unsinnig wie unwissenschaftlich, er ist Junk Science at it’s best.

  4. Mitchell Says:

    „Die “Wissenschaftler” der BGN haben nicht einmal bemerkt, dass der Verweis auf den “Garagenversuch” vom DKFZ selbst in der 2. Auflage 2006 (Band5 Passivrauchen) nicht mehr zitiert wurde.“
    Er wurde aber vom DKFZ auch nicht dementiert oder zurückgerufen, im Gegenteil, man hielt sich vornehm zurück. Hauptsache die Presse hat die Lüge herausposaunt und Alle glauben es. Mehr will das DKFZ gar nicht.


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