In der Stellungnahme des „Netzwerks Rauchen“ zu den Rauchverboten vom 1.9.2007 heißt es:

„Kausale Zusammenhänge zwischen Umgebungsrauch und Erkrankungen bzw.
Todesfällen wurden noch in keinem einzigen Fall nachgewiesen“.

Quelle:
Passivrauchen – Ein unterschätztes Gesundheitsrisiko, Dokumentation WF IX G – 147/06, Deutscher
Bundestag, 2006

Ich habe das Dokument gelesen und musste wirklich brüllen vor Lachen. Die zitierten Passagen machen 30%(!) des Gesamttextes aus. Der Gesamttext besteht aus ganzen 14(!) Zeilen, in denen über die offiziellen Zahlen des DKFZ und des Surgeon General reflektiert wird (aber mehr dazu unten).

Dem DKFZ wird dort (von einem Herrn Ropohl und einer Frau Zinkant) vorgeworfen :

„Festzuhalten bleibt, dass es sich bei den Berichten um Schätzungen und Hochrechnungen handelt. Valide statistische Daten stehen nicht zur Verfügung, da diese Todesursachen im Rahmen der amtlichen Statistik nicht erhoben werden.“

Das Statistische Bundesamt kann nur deswegen keine EIGENEN Aussagen zur Mortalität von Passivrauchen ableiten, weil schlicht und ergreifend deren offizielle (valide) Datenbestand keine Aussagen zulässt. Möglicherweise kann es auch keine Aussagen über Malariaerkrankungen in Asien oder der Kugelgestalt der Erde machen.

Und die DKFZ-Daten sind nur deshalb nicht valide, weil (wie der Text sagt) diese nicht im Rahmen der amtlichen Statistik erhoben sind. Das Wort valide definiert sich nur über eine Formalität bei der Datenbeschaffung. Was für ein billiger Verbaltrick. Es existieren sehr wohl Daten, die die Schädlichkeit des Passivrauchens belegen – von Patienten, die detaillierte Fragebögen zur Lebensweise ausgefüllt haben – etwa die Cancer Prevention Study II der Amerikanischen Krebsgesellschaft.

Am besten man bemüht vorurteilsfrei ein möglichst breites Datenspektrum basierend auf Hunderten Veröffentlichungen, die das Peer-Review-Verfahren passiert haben. Genau das tun die aufwendigen Metastudien des DKFZ und des Surgeon General. Schätzungen und Hochrechnungen sind Teil der Statistik – sie werden im Alltag sogar von Forces-Fundamentalisten genutzt, auch wenn diese das Wesen der Statistik nicht begreifen.

Der oben zitierte Wissenschaftliche Dienst ist eine Verwaltungsabteilung des Bundestages, bestehend größtenteils aus Juristen. Sie betreibt keine eigene Forschung, sondern sammelt Informationen.

Ich möchte nicht verschweigen, worauf deren Schlussfolgerung in WF IX G – 147/06 eigentlich fußt: Das Dokument weist in der Anlage auf den Artikel von Prof. G. Ropohl, erschienen in der „Tabakzeitung“ (wobei nur der Titel, nicht die Quelle „Tabakzeitung“(!!!!) genannt wird – *brüll*), und ein Artikel von Kathrin Zinkant in der „Zeit online“ (*heul*).

Mir ist nicht bekannt, dass diese Typen (der eine pensionierter Ingenieur und Technikphilosoph, die andere Journalistin) jemals eine von der medizinischen Fachwelt anerkannte Publikation zum Thema Passivrauchen verfasst haben. Schon seltsam dieses Machwerk. Wahrscheinlich wurde dieses deshalb nie veröffentlicht. Und übrigens steht explizit im Vorspann, dass die Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste NICHT die Auffassung des Deutschen Bundestags wiedergeben.

Tja, liebe Quatsch-Comedy-Freunde vom Netzwerk Rauchen , wie peinlich. Aber so ist das halt mit wissenschaftsfremden Fundis jeder Kategorie – Wortakrobatik, leugnen, ablenken – keine Argumente – alles wie gehabt. Danke, danke, danke für die grandiose  Show … wünschen euch die NR.

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