Studie erhärtet
gesundheitsschädigende Wirkung

Passivrauchen gilt erwiesenermaßen als krebsauslösend. Eine Untersuchung hat nun aufgezeigt, dass Menschen, die am Arbeitsplatz zum Mitrauchen gezwungen sind, ein deutlich erhöhtes Lungenkrebs-Risiko haben

In einem durch die Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel und Gaststätten veranstalteten Symposium „Passivrauch am Arbeitsplatz“ in Mannheim stellten Professor Katja Radon und Professor Dennis Nowak, Institut und Poliklinik für Arbeit-, Sozial- und Umweltmedizin am Klinikum der Universität München (LMU), erstmals eine Berechnung vor, die es ermöglicht abzuschätzen, wie stark nicht rauchende Beschäftigte im Gastgewerbe durch Passivrauch belastet sind.

Die Wissenschaftler haben in der von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geförderten Studie eine Risikoberechnung vorgenommen für den meist tödlich verlaufenden Lungenkrebs. Sie kommen zu dem Resultat, dass in der Gruppe der „Nie-Raucher“, die am stärksten Tabakrauch ausgesetzt waren, das relative Risiko verdoppelt ist. Dieses Ergebnis ist alarmierend für Beschäftigte im Gaststättengewerbe, die in Bars, Kneipen und Diskotheken oft extremen Zigarettenqualm ausgesetzt sind.

Eindeutige Datenlage

In die Auswertung wurden rauchende und ehemals rauchende Beschäftigte des Gastgewerbes nicht einbezogen, da die Abgrenzung des beruflichen vom privaten Risiko schwierig ist.

Im Hinblick auf die Frage, ob Passivrauchen Lungenkrebs verursachen kann, sprechen nach Ansicht von Katja Radon (Mannheim) die Daten für sich: „Im Vergleich zu primär im Privaten durch Passivrauch belasteten nicht rauchenden Büroangestellten ergeben sich demnach zum Beispiel für Kellner in hoch belasteten Bars oder für Diskothekenmitarbeitern Hinweise darauf, dass das Lungenkrebsrisiko bereits nach achtjähriger Vollzeittätigkeit verdoppelt ist.“ An diesen Arbeitsplätzen versterben nach 40-jähriger Tätigkeit 22 von 1000 Nichtrauchern zusätzlich an Lungenkrebs, verglichen mit zwei Lungenkrebsfällen pro 1000 Nichtraucher an gering belasteten Büroarbeitsplätzen.

Keine weiteren Untersuchungen nötig

Dennis Nowak zieht aus den Ergebnissen den Schluss: „Es besteht aus wissenschaftlicher Sicht kein Bedarf, weitere Studien durchzuführen und Entscheidungen damit herauszuzögern. Die Ergebnisse dieser Literaturauswertung werden dem Ärztlichen Sachverständigen Berufskrankheiten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegt werden, damit dieser die Beratung über Erkrankungen durch Passivrauch am Arbeitsplatz prüfen kann.“

Quelle: idw / Gesundheitpro; 26.10.2007

siehe:

http://www.gesundheitpro.de/Passivrauchen-Studie-erhaertet-gesundheitsschaedigende-Rauchen-A071026FLG0Q057832.html

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