Ein Schweizer Immunbiologe im Drogenrausch

Seit Anfang des Jahres in vielen Bundesländern ein mehr oder weniger striktes Rauchverbot eingeführt wurde, treibt der Nikotinwahn mitunter seltsame Blüten. Nichts Neues sind die aggressiven Hetzkampagnen gegen Nichtraucher, und gegen jeden, der sich, seine Kinder oder seine Mitarbeiter nicht widerstandslos vollqualmen lässt. Aber einige militante Kampfraucher und selbst ernannte Tabak-Päpste stellen immer neue Rekorde auf, was die hemmungslose Selbstdarstellung und die Absurdität ihrer Ideen zur Aushebelung des Rauchverbots betrifft.

Die Rückzugsgefechte der verbliebenen Zigarettenaktivisten kennen jedoch nicht nur in ihrer Absurdität keine Grenzen. Deren Aktivitäten überschreiten immer häufiger die Grenzen des guten Geschmacks und des Anstands. Auch andere Werte werden im egomanischen Kampf um das uneingeschränkte Ausleben der eigenen Sucht zunehmend ignoriert. Zur Verteidigung der sprudelnden Geldquelle Tabakdroge ist so manchem Tabaklobbyisten inzwischen jedes Mittel Recht.

Jüngstes Beispiel ist der tragische Selbstmord des Balinger Wirts Uli Stegmaier, der nach Aussage seines Schwagers „manisch wurde, wenn es ums Rauchen ging“. Sein Abschiedsbrief enthält „sieben bis acht Punkte, und alle handeln vom Rauchen“. In reißerischen Artikeln ergötzten sich Tabak-Fetischisten an diesem Todesfall, um ihn als billige Propaganda gegen Rauchverbote und Gesundheitsvertreter zu missbrauchen. Der DEHOGA Baden-Württemberg spielte eifrig mit, wenn auch der Kenner der DEHOGA-Verbandspolitik darüber nicht sehr überrascht sein dürfte.

Nicht nur die Boulevard-Presse, auch militante Raucher-Vereine und neuerdings auch ihre Galleonsfiguren stürzten sich geradezu mit Wonne auf dieses Ereignis, sahen sie darin doch offensichtlich eine der wenigen Gelegenheiten, ein Exempel gegen das Rauchverbot zu konstruieren.

So auch Beda M. Stadler, Intimfreund des Netzwerks Rauchen – Forces Germany e.V., in einer Kolumne der Berner Zeitung. Dort betreibt der Tabaklobbyist Stadler eine gnadenlose Ausschlachtung dieses Todesfalls , um gleichzeitig eifrig Werbung für die Masernimpfung zu machen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Stadler bedient ja auch noch die Pharmalobby und ist einer der aktivsten Gentechniklobbyisten weltweit.

Das, was Stadler in seine Kolumnen erörtert, sorgt allerorten für Verwunderung und kann von logisch denkenden Menschen nicht ernst genommen werden. Wenn er beispielswiese mit Thesen wie  

Wer Offroader fährt, schützt das Leben seiner Kinder. Kritik daran ist nichts als Neid.

brilliert, dem muss man zwangsläufig mangelnden Respekt vor der Gesundheit seiner Mitmenschen attestieren. Denn auch bei diesem Beispiel zeigt Stadler sein innerstes Sucht-Ego und stellt sein eigenes Wohlergehen über das seiner Mitmenschen, symptomatisch für jene, die ihre Suchbtefriedigung ohne Rücksicht auf Kollateralschäden hemungslos ausüben. 

Es handelt sich beim Netzwerk Rauchen – Forces Germany übrigens um das gleiche Truppe, die im Internet schmutzige Schmähkampagnen lancierte, als die Heidelberger Krebsforscherin Dr. Martina Pötschke-Langer das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für ihre Forschungsarbeiten über die Schädlichkeit des Rauchens und des Passivrauchens erhalten hatte.

Fazit: Selbst so mancher eingefleischte Hardcore-Raucher kann über Typen wie Stadler nur herzhaft lachen, weil seine dümmliche Tabakpropaganda selbst ihnen schon allzu plakativ erscheint.

Ein echter Suchtraucher kann auch auf so manches verzichten, nur nicht auf seine Kippe. Vor allem uneinsichtige Qualmer betrachten die langsame Rückkehr zur Normalität (d.h. Vermeidung des Passivrauchzwangs) als Schikane, die es mit allen Mitteln zu sabotieren gilt. Von der zunehmenden Verrohung militanter Raucher sollten sich jedoch niemand unter Druck setzen lassen. Denn all diese Auswüchse sind nur einzelne Aktionen von Außenseitern, die sich in ihrem Drogenrausch selbst immer weiter ins Abseits manövrieren.

Advertisements