Die BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten) hat noch NIE eine in der wissenschaftlichen Fachwelt anerkannte Arbeit veröffentlicht, sie bringt lediglich auf ihrer eigenen Homepage irreführende Tabakpropaganda in Umlauf.

In einer neuerlichen pseudowissenschaftlichen Veröffentlichung zum Thema Passivrauchen und Lungenkarzinom begeht die BGN eine weitere vorsätzliche Irreführung der Bevölkerung.

Wer eine Milchmädchenrechnung aufmacht, kalkuliert mit unsicheren Fakten, ignoriert dies aber und redet sich das zu erwartende Ergebnis schön. Nichts anderes tut dieses Pamphlet, das offensichtlich aus der Feder des Herrn Professor Grieshaber stammt. Anscheinend hat der es aber diesmal versäumt, seinen Namen darunter zu setzen.

Es ist wirklich haarsträubend zu lesen, welch abenteuerliche Berechnungen angeführt werden, die der Verfasser selbst allem Anschein nach für „Wissenschaft“ hält, um allgemeine Verwirrung bei leichtgläubigen Nikotinopfern zu erzeugen.

Exemplarisch soll hier nur ein Fehlschluss aufgezeigt werden, um der wissenschaftlichen Fachwelt, die sich mit dem ehrenwerten Herrn Grieshaber sicherlich noch auseinander setzen wird, nicht vorzugreifen.

Auf Seite 5 des Pamphlets der BGN lesen wir:

„Bei exponierten Versicherten im Gastronomiebereich können auf der Grundlage tatsächlicher Daten nur 2 Lungenkarzinom-Erkrankungsfälle/100.000 ermittelt werden. D. h., dass bei 2 Mio. Versicherten, die exponiert sein können, insgesamt ca. 40 Fälle/Jahr auftreten. Bei diesen 40 Fällen sind Raucher und Nichtraucher zusammengenommen.“

Nach der Milchmädchenmethode der BGN können diese 40 Fälle/Jahr bei 2 Mio. Versicherten auf die 80 Millionen Deutschen hochgerechnet werden: Somit dürften dann nur 1600 Lungenkarzinom-Erkrankungsfälle, Raucher und Nichtraucher zusammengenommen, in Deutschland auftreten. Tatsächlich vermeldet das Statistische Bundesamt jedoch 40.000 Fälle pro Jahr, also 25 mal soviel, wie die BGN hier vorgaukelt.

Was bedeutet das? Die BGN macht hier die Aussage, dass der Durchschnittsdeutsche ein um den Faktor 25 höheres Lungenkrebsrisiko im Vergleich zu den Gastronomiebeschäftigten hat.

Diese Aussage der BGN ist lächerlich. Die „Wissenschaftler“ der BGN haben sich mit dieser Aussage bis auf die Knochen blamiert.

Jeder blutige Laie kann durch eine Minimalrecherche feststellen, dass Lungenkarzinom-Erkrankungsfälle eine Latenzzeit von 20 bis 50 Jahren haben und deshalb gehäuft erst ab einem Alter von 60 bis 65 Jahren auftreten. Die Geschädigten, die Herr Grieshaber, Präventionsleiter der BGN, nicht finden kann (oder will) sind bereits im Ruhestand und zählen somit nicht mehr zu den Versicherten der BGN. Hinzu kommt die hohe Personalfluktuation von der Gastronomie hinein in andere Branchen, so wie der hohe Anteil an Minijobbern, die in der Versichertenstatistik der BGN überhaupt nicht auftauchen. Entscheidend ist auch die Alterstruktur des Gaststättenpersonals, im Gastronomiebereich: über 90% der Angestellten sind dort jünger als 45 Jahre.

Aus einer Stellungnahme von Prof. Dr. Dennis Nowak, Direktor des Institutsfür Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, geht die Intention der BGN klar hervor:

Warum bekämpft eine Berufsgenossenschaft die Prinzipien der Prävention? Wenn die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Kommission) der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die International Agency for Research on Cancer (IARC) auf einer umfassenden internationalen Datengrundlage feststellen, dass Passivrauch ein erwiesenes Humankanzerogen ist, gibt es nur eine einzige logische Konsequenz für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten, vorrangig in der Gastronomie: Expositionsminimierung, die in diesem Fall durch ein Rauchverbot für Restaurant- und Kneipenbesucher zudem vergleichsweise leicht und praktisch kostenlos umsetzbar ist und weltweit in vielen Ländern längst betrieben wird. WHO und die UN-Mitgliedsstaaten, also auch die Bundesrepublik Deutschland, haben im Juli 2007 eine Leitlinie zum Schutz auch vor beruflicher Passivrauchexposition beschlossen. Was treibt die Präventionsabteilung eines Unfallversicherungsträgers, hier einen Gegenkurs zu fahren und ein gesichertes Humankanzerogen zu verharmlosen? Warum stellt sich die BGN nicht schützend vor ihre Versicherten? Ich bin betroffen und bestürzt, dass so etwas hierzulande heute noch geschehen kann. Die BGN negiert ihre Fürsorgepflicht für Hunderttausende von Beschäftigten in der Gastronomie, die täglich über viele Stunden an den am stärksten Tabakrauch-belasteten Arbeitsplätzen in Deutschland arbeiten müssen. Damit vertritt sie die Position der in ihrem Aufsichtsgremium sitzenden Tabakindustrie. Auch wenn die BG allein von den Arbeitgebern bezahlt wird, ihre Verpflichtung gilt dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten in den Mitgliedsbetrieben.

Verharmlosen, verleugnen, irreführen: Die Strategie der BGN deckt sich mit den unlauteren Methoden der Tabakindustrie, die über Jahrzehnte hinweg die Bevölkerung für dumm verkauft hat.

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