Schon lange ist bekannt, dass Passivrauchen schädlich ist. Lunge, Herz und Blase sind dadurch gefährdet. Zwei Studien zeigen, wie stark sich der Qualm vor allem auf die Kinder auswirkt.
„Unsere Studie liefert ausreichend Anhaltspunkte, die ein Rauchverbot zu Hause unterstützen, vor allem in Haushalten mit kleinen Kindern“, sagt Sungroul Kim, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Global Tobacco Control an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Mit einem Team aus Experten untersuchte er die Nikotinkonzentration in den Haaren von knapp 1300 Kindern und Erwachsenen aus Raucher- und Nichtraucherhaushalten. Der Wert gilt als Biomarker für die Exposition mit Passivrauch. Das ist vergleichbar mit dem Drogennachweis aus Haaren, etwa von Kokain.
Durchschnittlich war die Nikotinkonzentration in den Haaren von Kindern aus Raucherhaushalten fast siebenfach erhöht gegenüber den Werten von Kindern aus Nichtraucherwohnungen. Besonders negativ waren die Ergebnisse für kleine Kinder, die länger als 19 Stunden pro Tag zu Hause waren: Ihre Werte waren zusätzlich um 15 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Erwachsene Raucherinnen wiesen dagegen „nur“ eine dreifache erhöhte Nikotinbelastung auf.

Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Cancer, Epidemiology, Biomarkers & Prevention“, ist ein Beweis dafür, dass der kindliche Organismus besonders stark auf Passivrauchen reagiert – mehr noch als der von Erwachsenen. Die Folgen: ein hohes Krebsrisiko im späteren Leben.

Diese Tatsache konnten bereits einige Studien beweisen. Eine aktuelle Untersuchung unter der Leitung von Curtis C. Harris (National Cancer Institut) ergänzt diese Beweiskette. Die Forscher werteten Daten von rund 900 Rauchern und Nichtrauchern aus, die an Lungenkrebs erkrankt waren, und stellten einen klaren Zusammenhang zwischen Passivrauchen in der Kindheit und Lungenkrebs fest. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im gleichen Fachjournal.

Laut dem Deutschen Krebsinformationszentrum lebt jedes zweite Kind in Deutschland in einem Raucherhaushalt.
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