Rauchende Mütter schaden ihren Kindern offenbar viel stärker als rauchende Väter, und zwar lebenslang. Vor allem Mädchen schadet es, wenn ihre Mütter dem Nikotingenuss huldigen – sie reagieren wesentlich empfindlicher. Zu diesem Ergebnis kommen Mediziner in einer Studie, für die sie 251 Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) befragten. COPD ist eine heimtückische Krankheit, die sich schleichend entwickelt und zu 90 Prozent Raucher befällt. Im Verlauf lässt die Lungenleistung drastisch nach. Fünf Millionen Deutsche sind betroffen, die Dunkelziffer ist hoch.

Die Ärzte befragten für ihre Studie Patienten, die im Schnitt 67 Jahre alt waren und bei denen die Erkrankung im Schnitt seit fünf Jahren bekannt war. 58 Prozent von ihnen hatten früher selbst geraucht, 23 Prozent rauchten zum Befragungszeitpunkt noch, und 19 Prozent gaben an, zeitlebens Nichtraucher gewesen zu sein.

Das Ergebnis: COPD-Patienten, deren Mütter früher geraucht hatten, mussten siebenmal häufiger in den letzten 24 Jahren wegen der Schwere ihrer Krankheit klinisch behandelt werden als diejenigen, deren Mütter nicht geraucht hatten. „Eine Passivrauchexposition während der Kindheit durch rauchende Mütter prädisponiert bei COPD-Patienten zur größeren Erkrankungsschwere und im Trend auch zur größeren Erkrankungsinstabilität“, schreibt Professor Adrian Gillissen vom Thoraxzentrum des Leipziger Klinikums St. Georg in der Zeitschrift „Pneumologie“.

Warum die mütterlichen Rauchgewohnheiten viel schwerer wiegen? Immerhin verbringen die Kleinkinder nach der Geburt viel mehr Zeit mit den Müttern als den Vätern. Zudem rauchen viele Frauen auch während der Schwangerschaft, wodurch ihre Kinder schon vorbelastet zur Welt kommen. 

Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article2113194/Passivrauch_schadet_Kindern_lebenslang.html

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