Rauchen ist ungesund, Passivrauchen auch. Vor allem Schwangere sollten laut Studie auf die Glimmstängel verzichten. Denn das Baby raucht mit und die Folgen sind gravierender als bisher bekannt.

Wenn schwangere Frauen rauchen, haben ihre Kinder später sogar noch im Vorschulalter Defizite in der kognitiven Entwicklung. Darauf weist eine Studie der Universität Bremen hin, die in der Fachzeitschrift „Geburtshilfe und Frauenheilkunde“ veröffentlicht wurde. Schon länger bekannt ist, dass Kinder von Raucherinnen bei der Geburt häufig kleiner und leichter als andere Babys sind.

Bremer Psychologen untersuchten jetzt 100 Kindergartenkinder im Alter von drei bis sechseinhalb Jahren, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht hatten. Den kognitiven Entwicklungsstand dieser Kinder verglichen sie mit dem von 100 Gleichaltrigen, deren Mütter kein Nikotin konsumiert hatten. Im einzelnen untersucht wurden unter anderem Psychomotorik, Artikulation, auditives Gedächtnis, Sprachverständnis, räumliche Vorstellung und bildhaftes Gedächtnis.

Leistungsunterschied in Psychomotorik, Artikulation, Rhythmus

Ergebnis: Die Kinder der Raucherinnen blieben in nahezu allen untersuchten Bereichen hinter den nikotinfrei aufgewachsenen Altersgenossen zurück. Besonders auffallend war der Leistungsunterschied in Psychomotorik, Artikulation, Rhythmus, auditives Gedächtnis und Sprachverständnis.

Welche biochemischen Abläufe dafür verantwortlich sind, dass der Konsum von Nikotin die kindliche Entwicklung beeinträchtigt, ist noch weitgehend unbekannt. „Zigarettenrauch enthält neben Nikotin und Kohlenmonoxid eine Vielzahl für das Ungeborene potenziell schädigender Substanzen, deren Langzeitwirkungen im einzelnen noch nicht hinreichend bekannt sind“, betont Studienleiterin Julia Danielsson.

Unterversorgung mit Nährstoffen

Vom Nikotin selbst sei bekannt, dass es direkt vom mütterlichen in den kindlichen Blutkreislauf übergehe. Im Gehirn interagiere es mit verschiedenen Botenstoffen und könne so die Gehirnentwicklung auf direktem Wege beeinflussen, erklärt die Expertin. Außerdem führe der Nikotinkonsum zu einer Verengung der mütterlichen sowie der kindlichen Blutgefäße. Beim Kind führe das zu einem Sauerstoffmangel und zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen. Auch dies könne indirekt die Gehirnentwicklung beeinträchtigen.

„Noch immer ist jedes fünfte ungeborene Kind aufgrund des mütterlichen Nikotinkonsums ein indirekter Passivraucher“, kritisiert Danielsson. Wie ihre Studie nun zeigt, machen sich manche Entwicklungsdefizite bereits bei geringer Nikotinbelastung bemerkbar. Eine unschädliche Dosis gebe es somit nicht, warnt die Psychologin.

Quelle: n24.de

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