Secondhand Smoke in Hospitality Venues. Exposure, Body Burden,

Economic and Health Aspects in Conjunction with Smoking Bans

H. Fromme1, J. Kuhn2, G. Bolte1


1Sachgebiet Umweltmedizin, Bayerisches Landesamt

für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim

2Sachgebiet Gesundheitsberichterstattung, -förderung, Prävention, Sozialmedizin,

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim

Zusammenfassung

Passivrauch wurde von nationalen und internationalen Gremien als kanzerogen eingestuft und hat vielfältige gesundheitliche Effekte, insbesondere kardiovaskuläre Erkrankungen und Lungentumore. Weltweite Untersuchungen zeigen eindeutig, dass gastronomische Einrichtungen im Vergleich zu anderen, rauchfreien Innenräumen die höchsten Innenraumluftgehalte an verschiedenen z. T. tabakspezifischen, darunter auch eindeutig krebserzeugenden Substanzen aufweisen. Daten des Human-Biomonitoring bei nichtrauchenden Beschäftigten der Gastronomie bestätigen dieses hohe Belastungsniveau. Damit stellt die Tabakrauchbelastung in gastronomischen Einrichtungen ohne Rauchverbot für Nutzer und Beschäftigte ein bedeutsames Gesundheitsri-siko dar. Ein konsequenter Nichtraucherschutz in der Gastronomie durch ein Rauchverbot führt zu einer wesentlichen Reduktion der Schadstoffgehalte in der Innenraumluft (meistens > 90%) und zu einer deutlichen Verminderung der internen Belastung bei Nutzern und Beschäftigten. Darüber hinaus werden gesundheitliche Beschwerden nichtrauchender Beschäftigter verringert und es kann das gegenüber der allgemeinen Bevölkerung erhöhte Lungentumorrisiko der Beschäftigten in der Gastronomie nachhaltig reduziert werden. Nach derzeitigem Wissensstand erreichen andere Maßnahmen wie die räumliche Abtrennung von Raucherbereichen oder der Einsatz mechanischer Lüftungssysteme keine vergleichbar hohen und nachhaltigen Schadstoffreduktionen. Studien zu den ökonomischen Auswirkungen eines Rauchverbots aus verschiedenen Ländern zeigten zwar in der getränkegeprägten Gastronomie zumindest kurzfristig negative Effekte, jedoch in der speisengeprägten Gastronomie keine oder positive Effekte. Auf Bevölkerungsebene sind positive Effekte eines Rauchverbots in öffentlichen Räumen die Verringerung des Zigarettenkonsums und der Rückgang der Passivrauchbelastung von Nichtrauchenden. Rauchverbote in der Gastronomie führen nicht zwangsläufig zu einer Verlagerung des Tabakkonsums und damit Anstieg der Passivrauchbelastung in Privaträumen. Somit ist aus gesundheitlicher Sicht ein umfassendes Rauchverbot in öffentlichen Räumen ohne Ausnahmeregelungen für die Gastronomie eine zielführende und darüber hinaus einfache Maßnahme.

Originalarbeit
Gesundheitswesen 2009; 71(4): 242-257
DOI: 10.1055/s-0029-1192031

Quelle:

https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/gesu/doi/10.1055/s-0029-1192031

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