London – Passivrauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Störung bei Nichtrauchern um etwa 50 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kamen Forscher um Mark Hamer vom University College in London. Sie publizierten ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry (doi:10.1001/archgenpsychiatry.2010.76).

In ihrer Studie beschäftigten sich die Wissenschaftler mit dem Passivrauchen, indem sie den biochemischen Marker Cotinine im Speichel bestimmten. Laut der Arbeitsgruppe lässt sich so die Exposition gegenüber Tabakrauch messen.

Sie untersuchten eine Stichprobe von 5.560 Nichtrauchern und 2.689 Rauchern, bei denen bis zu diesem Zeitpunkt keine geistigen Erkrankungen aufgetreten waren. Eine psychische Störung definierten die Forscher ab einem Wert von mehr als drei Punkten bei dem General Health Questionnaire.

Bei etwa 14.5 Prozent der Studienteilnehmer zeigten sich psychische Störungen. Nach Anpassung weiterer Risikofaktoren, ging das Passivrauchen bei den Nichtrauchern (Cotinine Niveaus zwischen 0,7 und 15 Mikrogramm/Liter) mit um etwa 50 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit einher, eine psychische Störung zu erleiden. Im Vergleich dazu zeigte sich bei Studienteilnehmern, bei denen die Cotinine-Niveaus unter der Nachweisgrenze lagen, kein erhöhtes Risiko.

Hamer sagte: „Tierdaten haben schon darauf hingewiesen, dass Tabak eine negative Stimmung induzieren kann, und einige menschliche Studien haben auch eine potenzielle Verbindung zwischen Rauchen und Depression identifiziert. Unsere Daten zeigen nun, dass die Nikotinaussetzung eine kausale Rolle für die psychische Verfassung haben kann.“

Quelle: aerzteblatt.de

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