Kinder, die häufig Zigarettenrauch einatmen, entwickeln eher Bluthochdruck. Das Risiko besteht bis ins Erwachsenenalter – mitsamt der Gefährdung für Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Heidelberg (dpa) – Kinder, in deren Gegenwart geraucht wird, erkranken leichter an Bluthochdruck. Das geht aus einer Studie der Uniklinik Heidelberg hervor. Besonders kritisch ist die Situation, wenn Mütter rauchen.

«Mit dieser Studie haben wir erstmals gezeigt, dass Passivrauchen bei Kindern den Blutdruck deutlich ansteigen lässt», erklärte Georg Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Heidelberg am Montag (10. Januar). Hoher Blutdruck bei Kindern könne bis ins Erwachsenenalter anhalten. Er sei dann einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Für die Studie des Uniklinikums und des Gesundheitsamtes Rhein-Neckar wurden mehr als 4000 Fünf- bis Sechsjährige in Heidelberg und Umgebung untersucht. Bei etwa einem Drittel dieser Kinder rauchten die Väter, bei 20,7 Prozent die Mütter, bei knapp 12 Prozent beide Eltern.

Kinder, die zu Hauseüber längere Zeit hinweg den Zigarettenrauch ihrer Eltern einatmen, hatten der Studie zufolge ein um 21 Prozent höheres Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Besonders kritisch ist es, wenn Mütter rauchen, weil sie eher zu Hause zur Zigarette greifen als Väter, die vor allem am Arbeitsplatz rauchen, vermuten die Forscher.

Passivrauchen stelle damit nebenÜbergewicht, niedrigem Geburtsgewicht und Bluthochdruck der Eltern ein zusätzliches, unabhängiges Risiko dar, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal «Circulation» der Amerikanischen Herzgesellschaft AHA. Es kann auch dann den Blutdruck bei Kindern erhöhen, wenn sonst keine Risikofaktorenvorliegen. Die Heidelberger Kinderärzte warnen Eltern davor, ihre Kinder Tabakrauch auszusetzen, da dies langfristige schädliche Folgen haben könne.

Quelle: aerzteblatt.de

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